Samstag, 16. August 2014

Geocaching im Kleinwalsertal

Unseren Sommerurlaub haben wir dieses Jahr im Kleinwalsertal verbracht (das Wetter war zwar nicht "Sommer", aber das ist ein anderes Thema ;-) ). Dabei haben wir natürlich auch den ein oder anderen Geocache gesucht und gefunden.

Doch bevor wir über Geocaching reden, erst noch ein paar Worte zum Kleinwalsertal: Das Tal gehört zu Österreich, Bundesland Vorarlberg - ist aber nur via Deutschland zu erreichen. Dies liegt daran, dass das Tal ein Sacktal und ca. 2000 Meter hohen Bergen umgeben ist. Die einzige Zugangsstraße kommt von Norden / Oberstdorf, also aus Richtung Deutschland, in das Tal. Weitere Details hierzu kann man bei Interesse bei Wikipedia nachlesen.

Im Winter ist das Kleinwalsertal bei Wintersportlern beliebt, im Sommer kann man dort sehr gut wandern. Das schöne dabei ist, das es Touren für alle Altersklassen, sprich von (sehr) einfach und relativ flach bis alpin gibt, inklusive Klettersteigen (wie z.B. dem Mindelheimer Klettersteig). Ein Teil der Wege ist dabei auch so beschaffen, dass diese voll Kinderwagen-tauglich (größere Räder vorausgesetzt) sind.

Blick von der Kuhgehrenspitze ins Kleinwalsertal
Aus Geocacher Sicht ist das Kleinwalsertal passabel "bestückt" (bezogen auf Caches, welche bei geocaching.com gelistet sind), wobei die Cachedichte - im Vergleich zu anderen Regionen - eher mäßig ist. Zum südlichen Ende des Tals hin nimmt die Cachedichte ab. Dominierende Cacheart ist eindeutig der Tradi. Dazu gibt es ein paar Multis, eine handvoll Earthcaches und drei Mysteries. Oder anders gesagt: viel Vorbereitungszeit vor einer Tour im Kleinwalsertal ist nicht nötig.

Die überwiegenden Teil der Cache liegt an Wanderwegen, so dass man die Cache "nebenbei" beim Wandern suchen kann.

 Blick ins Wildental - hier liegt ein Tradi und das Final eines Mysteries
Der Weg bis zur Fluchtalpe (am Ende des Tals) ist voll familien-tauglich.
Wer ein paar mehr Dosen auf einer Wanderung suchen will, der sollte als Ausgangspunkt die Auenhütte wählen. Die Wege von hier Richtung Ifen / Hahnenköpfle und Richtung Melköde / Schwarzwasserhütte weisen eine erhöhte Dosendichte auf. Wobei beides bei weitem keine Powertrials sind, der Dosenabstand beträgt in der Regel 400-600 m - teilweise in Kombination mit etlichen Höhenmetern dazwischen.

Der Weg Richtung Ifen / Hahnenköpfle ist bei gutem Wetter extrem stark frequentiert, sprich: Muggelalarm. Von daher hatten wir hier auch diverse DNFs, aber nicht nur wegen Muggeln.
Schöner zu laufen ist aber so wie so der Weg von der Auenhütten zur Schwarzwasserhütte. Bis zur Melköde (einer Alpe mit Gasthaus), welche von der Strecke her ca. auf halben Weg liegt, ist der Weg problemlos für jedermann zu schaffen, zumal man bis dorthin kaum Höhenmeter macht. Auf diesem Weg liegen diverse, gut gepflegte Tradis sowie der recht interessante Earthcache "Dolinen im Schwarzwassertal" (GC3QB1D).

Blick von der Melköde auf den Ifen
Nach der Melköde wird der Weg dann deutlich schmaler und steigt steil an, bis man auf eine erste Ebene kommt, welche landschaftlich sehr schön ist und nur moderat ansteigt. Die letzten ca. 700 m Weg zur Schwarzwasserhütten steigen dann nochmal steil an. Bis zur Hütte gibt es alle 400 bis 600 m Tradis, welche alle gut zu finden sind.
Wer an der Schwarzwasserhütte Pause macht, der sollte den Kaiserschmarn probieren: sehr lecker, eine riesige Portion (die auch für zwei Leute reicht) und das Ganze für weniger als 9,- Euro.

Apropos Preise: interessanter Weise ist es so, zumindest nach unserer Erfahrung der letzten zwei Wochen, dass die weiter entfernten Hütten (also die, die nur zu Fuß zu erreichen sind), preiswerter und besser sind als solche Gasthäuser, die an der Straße liegen...

Übrigens sind auch so gut wie alle Gipfel, welche ohne alpine Ausrüstung begehbar sind, ebenfalls bedost. Wobei man nichts desto trotz hierfür vernünftige, hohe Wanderschuhe haben und auch halbwegs trittsicher sein sollte.

Log auf dem Gipfel der Kanzelwand auf ca. 2030m Höhe.
Im Hintergrund ist das Fellhorn zu sehen.
Und sollte das Wetter mal schlecht sein, so empfiehlt sich ein Besuch der Breitaklamm, der tiefsten Felsschlucht Mitteleuropas, durch welche der Fluss Breitach fließt. Die Klamm ist sowohl vom Kleinwalsertal (Parkplatz "Walserschanze") als auch Deutschland aus erreichbar. Hier befindet sich auch ein Earthcache, GC1VKGD.

Blick in einen Teil der Breitachklamm
Da man in der Klamm so wie so nass wird, spielt es auch fast keine Rolle, ob es regnet oder nicht...

Ein sehr schöner, ebenfalls gut zu erreichender Ort, ist die "Naturbrücke" in der Nähe von Riezlern. Hier hat sich ein Bach den Weg unter dem Stein hindurch gebahnt und so eine  bogenförmige, natürliche Brücke geschaffen.

auf der Naturbrücke
Caches gibt es hier auch einige: Mit der Naturbrücke beschäftige sich der Earthcache GC33HTT, direkt an der Naturbrücke gibt es einen Tradi (GC22D7H) und die Station eines Multis (GC1ZWHG).

Zusammenfassend sagen wir, dass das Kleinwalsertal sich als Ziel anbietet, wenn man familien-taugliche Wanderungen von einfach bis schwieriger mit Geocaching kombinieren möchte. Hier gibt es in diesem Tal viele gute Möglichkeiten, in Verbindung mit einer schönen Landschaft und vielen Möglichkeiten, einzukehren
Wer aber Wert auf möglichst viele Fund und eine hohe Fundrate legt, der sollte sich ein anderes Ziel suchen, denn dazu ist die Cachedichte im Tal zu niedrig.

Uns hatte es aber auf jeden Fall gefallen :-) Die meisten Caches sind gut gepflegt, haben zielführende Hinweise im Listing und - wo nötig - auch ein Spoilerfoto. Von daher hat der Urlaub auch Geocaching-technisch Spaß gemacht.
Für die Statistikfreunde: im Kleinwalsertal selbst haben wir im Urlaub 32 Caches gefunden: drei Earthcaches, zwei Multis, einen Mystery und der Rest Tradis.

Und ganz zum Schluss noch der Link auf die offizielle Homepage des Kleinwalsertals: http://www.kleinwalsertal.com/de
Hier findet man viele Infos zum Tal, inklusive Infos zu den lokalen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen.


Kommentare:

  1. Ich hatte dich bei irgendeinem Cache (evtl. Beim südlichsten Parkplatz D.) als Vorlogger und war schon gespannt was du über das Kleinwalsertal bzw. Allgäu schreibst.
    Gute Zusammenfassung der dortigen Caches.
    Das Gebiet ist wirklich schön für Familien mit Kinderwagen und oder Kraxe zu erkunden.
    Alpines Feeling ist ja für Flachlandtiroler (wir kommen aus dem Ruhrpott) ansonsten nicht so schnell mit Kindern zu bekommen.

    Empfehlen kann ich noch die Gratwanderung vom Fellhorn zum Söllereck und die Hörnergipfel (alles gut mit Kraxe zu machen - und mit Spielchen zwischendurch...).

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  2. Die Tour haben wir nicht gemacht - kenne ich aber von früher, die ist (bei gutem Wetter) echt schön.
    Auf dem Fellhorn waren wir zwar, aber den Gipfel-Cache haben wir nicht gemacht. Da waren so viele Leute (=Muggel), dass es da keine Chance gab, an den Cache zu kommen. War auf dem Kanzelwand-Gipfel (da waren wir gegen ca. 15 Uhr) deutlich einfacher.

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