Mittwoch, 28. August 2013

T1 Caches, die keine sind - oder: was bedeutet T1?

Bei geocaching.com - und anderen Geocaching Plattformen auch - hat jeder Cache eine Schwierigkeitseinstufen (kurz: D-Wertung, D wie Difficulty) und eine Geländewertung (kurz: T-Wertung, T wie Terrain).

Beide sind in Teilen sicherlich ein Stück weit subjektiv - was der eine Geocacher als "unwegsames" Gelände empfindet, empfindet der nächste Cacher vielleicht noch als ganz ok begehbar. Nur bei T5 und T1 Caches, also der höchsten und der niedrigsten Einstufung, gibt es ziemlich klare Richtlinien, wann eine solche Wertung angebracht ist.

Wir finden - leider - des öfteren Caches mit einer T1 Wertung, die aber mindestens T1.5 sein sollten. Weil: Groundspeak (also die Firma hinter geocaching.com) definiert T1 Caches als "handicap accessible", sinngemäß auf Deutsch übersetzt: rollstuhltauglich. Heißt: das Gelände zum und am Cache ist flach, möglichst geteert u.ä. und weniger als ~800m Wegstrecke vom nächsten Parkplatz etc. entfernt. Außerdem sollte der Cache natürlich so platziert sein, dass er auch vom Rollstuhl aus erreichbar ist. Ergo nicht zu hoch und vielleicht auch nicht so, dass man erst einen Haufen Steine am Boden weg räumen muss.

Die Original Definition der T-Wertung (auf Englisch) von Groundspeak findet man übrigens auf der entsprechenden Supportseite, dort gibt es auch eine eigene Seite zum Thema Rollstuhltauglichkeit.

Denkt man über mögliche Verstecke nach, die die oben genannten Kriterien erfüllen, dann fällt einem ziemlich schnell die Versteckart "Leitplanken-Cache" ein. Und was noch... hm, schon schwieriger, oder?

Selbst ein Cache, der auf der Rückseite eines Baums an einem geteerten Feldweg ist, fällt da nicht mehr unbedingt rein. Muss man nicht um den Baum rum über die Wiese? Hat die Wiese vielleicht eine leichte, grabenähnliche Vertiefung? Dann wird's schon schwierig mit einem Rollstuhl...

Der eigentliche Punkt ist ja: für normal-beweglich Cacher - wie uns - spielt es natürlich keine Rolle - ob ein Cache T1 gewertet ist, aber in Realität doch T1.5 ist. Nun kann Geocaching aber grundsätzlich jeder machen und es gibt auch Geocacher, die im Rollstuhl sitzen. Diese filtern dann wohl die für sie erreichbaren Caches z.B. nach einer T-Wertung von 1. Und als Cache-Owner sollte man aus Höflichkeit und Respekt seinen Mitspielern gegenüber auf die korrekte T-Wertung achten. Es ist nun mal frustierend, wenn man vielleicht 3 m von Ground Zero entfernt ist und dort erst feststellt, dass der Cache doch nicht erreichbar ist.

Beim  Anlegen von Listings bei geocaching.com wird man ja auch seit einiger Zeit bei einer T-Wertung von 1 explizit gefragt, ob der Cache für Rollstuhlfahrer erreichbar sind (da entsprechende Attribut wird auch automatisch gesetzt). Also diese Frage nicht einfach mit "ja" weg klicken, sondern vielleicht mal 5 Sekunden länger drüber nachdenken, aber der Cache wirkliche alle Kriterien für T1 erfüllt.

Kommentare:

  1. Mir fällt das bei T1-Dosen auch immer wieder auf. Eine Astgabel in 2m Höhe mag ja einfach zu erreichen sein, für einen Rollifahrer aber ein unerreichbares Ziel.

    Ich logge dann zu meinem Found zusätzlich noch ein NM mit einer kurzen Erläuterung. Meist setzen die Owner dann auch recht schnell die T-Wertung einen oder einen halben Punkt nach oben.

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  2. @Bausenhagener: Das mit dem NM (oder vielleicht auch einer Note, Hauptsache nicht im normalen Log, sonst geht das unter), ist eine gute Idee. Aber ich muss zugeben, dass ich bisher darauf eher weniger geachtet habe. Manchmal ist mir sowas aufgefallen, und dann habe ich das auch geschrieben. Aber bewusst danach schauen wir nicht.

    Wir haben selber einen T1-Cache, bei dem wir auch das Rollstuhl-Attribut gesetzt haben. Und ich möchte behaupten, in dieser Kategorie ist weit mehr möglich als nur Leitplanken-Micros (wir haben knapp 90% Favoritenpunkte).

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    1. Klar geht da viel mehr als Leitplanken-Mikros! Aber da muss man halt schon ein bisschen nachdenken und kreativ werden :-)

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